K3s vs. K8s: Die unbequeme Wahrheit (ohne Hype)
K3s vs. K8s: Die unbequeme Wahrheit (ohne Hype)
Es gibt eine Diskussion, die sich in vielen Teams erstaunlich hartnäckig hält:
„K3s ist doch nur Kubernetes light."
Die unbequeme Antwort ist viel simpler:
K3s IST Kubernetes. Punkt.
Nicht „für Anfänger". Nicht „für Edge". Nicht „light". Es ist ein Kubernetes-Distribution-Setup, das dir den Schmerz abnimmt – nicht die Fähigkeiten.
Was K3s wirklich ist
Wenn man es zugespitzt formuliert:
- K8s (DIY): „Hier sind die Teile. Viel Spaß beim Zusammenbauen."
- K3s: „Hier ist ein fertiger Cluster. Mach was damit."
Und das Entscheidende:
Beide sprechen dieselbe Sprache. K3s ist 100% Kubernetes API-kompatibel: gleiche kubectl-Befehle, gleiche Manifeste, gleiche CRDs, gleiche Workloads.
Wenn du Kubernetes kannst, kannst du K3s. Wenn du Workloads für K3s baust, kannst du sie (in der Regel) genauso auf „klassischem" K8s fahren.
Warum existiert der „K8s-nur-das-echte"-Hype?
Ein Teil davon ist schlicht Ökonomie:
- Cloud Provider verkaufen Managed Kubernetes (EKS/GKE/AKS) – das prägt den Markt.
- Beratung lohnt sich besonders dort, wo Komplexität hoch ist.
- „Niemand wird gefeuert für Enterprise-Entscheidungen."
- „K8s" klingt in Slides oft nach „professioneller" als „K3s".
- Cargo-Culting: „Google macht das so."
Das ist nicht mal böse gemeint – es ist einfach ein Anreizsystem, das „mehr Komplexität" selten bestraft.
Die Realität hinter den Standard-Argumenten
„K3s skaliert nicht." Doch. Es gibt Tests mit 500+ Nodes.
„K3s ist nicht production-ready." Doch. Rancher/SUSE stehen dahinter, das ist längst im Enterprise angekommen.
„K3s fehlen Features." Nein. Entscheidend ist die Kubernetes-API – und die ist kompatibel.
„Mein Team kennt nur K8s." Dann kennt es K3s schon. Gleiche API, gleiche Konzepte, gleiche Workflows.
Wann „klassisches" K8s tatsächlich Sinn macht
Es gibt Fälle, da ist die Entscheidung praktisch vorgegeben:
- Managed K8s in der Cloud (EKS/GKE/AKS) – oft keine echte Wahl
- Enterprise-Policies verlangen es
- Clustergrößen jenseits >500 Nodes
- Verträge/Standards (z. B. OpenShift-Setups)
Fair enough.
Wann K3s (oder RKE2) der pragmatische Default ist
In fast allen anderen Fällen.
Weil du nicht für „Zusammenbauen" bezahlt wirst, sondern für funktionierende Plattformen.
Der Unterschied im Alltag ist brutal ehrlich
K8s selbst aufsetzen (typisch):
- Runtime installieren
kubeadminstallierenkubeadm init- CNI auswählen und installieren
- Helm & Basis-Add-ons nachziehen
- Storage/Ingress/Policies nachrüsten
- … und zwei Stunden später fragt man sich: „Was hab ich vergessen?"
K3s:
curl -sfL https://get.k3s.io | sh -
30 Sekunden später: Cluster läuft.
Fazit
Du musst dem Hype nicht folgen.
- K3s/RKE2 ist production-grade Kubernetes – nur ohne den selbstauferlegten Schmerz.
- Deine Manifeste bleiben portierbar.
- Dein Wissen bleibt übertragbar.
- Und dein Cluster läuft einfach.
Die Industrie merkt das gerade spürbar: Komplexität ist kein Feature.
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